In den Slums von Bangalore

Unsere Projektreise nähert sich bereits wieder dem Ende zu. Wir haben die bisherige Zeit intensiv genutzt um unseren zukünftigen Partner kennenzulernen. Heute Dienstag wurden wir von Levena und Newbegin vom Projekt „Help a Child in India“ zu ihnen nach Hause eingeladen. Dabei konnten wir die wichtigsten Fragen zur Finanzierung eines Waisenhauses klären.

Nach einem reichhaltigen indischen Mittagessen arrangierten sie uns einen Trip in drei verschiedene Slums um Bangalore. Begleitet wurden wir dabei von einer ihrer Angestellen, welche selbst einmal in einem dieser Slums wohnte. Ihre Beziehung zur dortigen Bevölkerung ermöglichte uns einen tiefen Einblick ins Leben dieser Menschen. Wir waren sehr gespannt was uns erwarten würde, hatte doch noch keiner von uns einen solchen Ort besuchen dürfen.

Es dauerte nur wenige Sekunden, bis wir von den Kindern belagert wurden. Diese wollten zu unserer Verwunderung kein Geld oder sonstige materielle Dinge, vielmehr interessierte die kleinen unsere technische Ausrüstung. So war es fast unmöglich Aufnahmen zu machen, ohne dass sie sich nicht vor die Linse drängten. Angst haben mussten wir zu keinem Zeitpunkt, im Gegenteil, die Menschen begegneten uns mit einer unglaublichen Herzlichkeit.

Wir konnten einige Interviews mit Familien aufnehmen, welche zum Teil zu sechst auf knapp 5m2 hausen. Sie erzählten uns kurze Auszüge aus ihren Lebensumständen und familiären Verhältnissen. Dabei fiel vorallem die nicht vorhandene Möglichkeit zur Bildung auf. So ist es den meisten Familien nicht möglich, ihre Kinder zur Schule zu schicken, da ihr monatliches Einkommen nicht einmal für die Schuluniform reicht geschweige denn, sich bei Krankheiten medizinisch versorgen zu lassen.

Nach zwei weiteren Slums und zwei Stunden später kehrten wir in unser Appartment zurück. Da mussten wir die gewonnenen Eindrücke ersteinmal verdauen. Nun bleiben uns noch 3 Tage, danach geht die Arbeit zu Hause weiter.